Warum WordPress Wartung Profi-Angelegenheit ist

von Jan Hoffmann

Dank der rasanten Weiterentwicklung von WordPress sind Updates für das Content Management System sowie für Plugins keine Seltenheit. Ein Klick auf „Jetzt aktualisieren“ genügt und die neueste Version ist installiert – im besten Fall mit neuen Funktionen oder sicherheitsrelevanten Verbesserungen. Doch ist der Wartungsprozess von WordPress wirklich so einfach? Oder sollte man dieses Thema lieber einem Profi überlassen?

Die wohl größten Vorteile von WordPress, die in der Erfolgsgeschichte des Content Management Systems zweifelsohne eine nicht unbedeutende Rolle spielen, sind die rasante Weiterentwicklung und die kinderleichte Bedienung.

Wenngleich die ständigen Updates für viele Anwender mehr Fluch als Segen sein mögen, so verdanken wir es doch der internationalen Entwickler-Community, dass WordPress allen Anforderungen an ein modernes Content Management System gerecht wird. Auch in Hinblick auf die Sicherheit. Wird eine kritische Sicherheitslücke bekannt, dauert es oftmals nur wenige Stunden, bis ein entsprechendes Update eintrifft. Das ist keine Selbstverständlichkeit, wenngleich sich das möglicherweise zunächst danach anhören mag.

Ein weiterer großer Erfolgsfaktor ist – wie eingangs bereits erwähnt – die kinderleichte Bedienung von WordPress. Kein anderes Content Management System ist in seiner Basis-Version derart einfach. Selbst Laien-Anwender finden sich binnen kürzester Zeit in WordPress zurecht und können auch ohne aufwändige Schulung im Handumdrehen einen sicheren Umgang mit dem System erlernen.

Auch WordPress Updates oder Aktualisierungen, die für Plugins oder Themes eintreffen, sind schnell und einfach installiert. Auf eine neue Version wird im Backend hingewiesen und ein Benutzer in der Administratoren-Rolle kann dieses mit wenigen Klicks einspielen. Ähnlich einfach wie die Aktualisierung einer Smartphone-App im App Store.

Gründe für eine Wartung durch Experten

Und warum sollte die Wartung von WordPress nun also ausschließlich Experten vorbehalten sein? Das können Sie mit der Beantwortung folgender Fragen schlussfolgern.

  • Können Sie gewährleisten, dass einzelne Funktionen Ihrer Webseiten nach einem WordPress- oder Plugin-Update noch einwandfrei ihre Dienste tun? Das Stichwort lautet hier Kompatibilität, oder besser gesagt Inkompatibilität. Diese kann zwischen WordPress und Plugins entstehen und immer wieder kommt es sogar zu Problemen der Plugins untereinander.
  • Gibt es eine vollständige Datensicherung der Webseite und ist diese Datensicherung aktuell sowie funktionsfähig? Ein veraltetes oder fehlerhaftes Backup ist leider nur von äußerst geringem Nutzen. Im besten Fall liegen rückwirkend über einen gewissen Zeitraum verschiedene Datensicherungen vor.
  • Möchten Sie die Arbeitszeit, die Sie besser in wesentliche Dinge Ihres Unternehmens investieren könnten, für die Wartung aufbringen? Die technische WordPress Wartung kann — gerade für Laien — sehr zeitintensiv und nervenaufreibend sein. Ihre Aufgabe ist das wahrlich nicht und sollte es auch nicht sein.
  • Können Sie gewährleisten, dass die Wartung regelmäßig durchgeführt wird? Regelmäßig bedeutet in diesem Zusammenhang, dass je nach Webseite ein tägliches, wöchentliches oder zumindest monatliches, vollständiges Backup angelegt wird. Außerdem sollten anstehende Updates mindestens einmal pro Monat durchgeführt werden. Unsichere WordPress-Versionen sollte man schnellstmöglich aus dem Weg schaffen. Und das nicht nur im Rahmen einer halbjährlichen Wartung, da dies — gerade bei der rasanten Weiterentwicklung von WordPress — ein zu langer Zeitraum ist.
  • Sollten die obigen Punkte auf Sie zutreffen, sollten Sie sich abschließend die Frage stellen, ob Sie zum Zeitpunkt der Wartung auf genannte Lösungen zurückgreifen    können. Gibt es einen Notfallplan? Erreichen Sie Ihre Agentur oder IT-Abteilung, die mit einer Datensicherung behilflich sein kann? Können Sie kurzfristig auf einen Notfallplan zurückgreifen – z.B. eine Anpassung eines inkompatiblen Plugins?

All diese und viele weitere Fragen sollte man sich stellen, bevor man die Wartung selbst in die Hand nimmt. Auch das Kosten-Nutzen-Verhältnis sollte dabei nicht vergessen werden. Möchte man regelmäßig viele nervenaufreibende Stunden mit der Wartung verbringen und dabei Gefahr laufen, die Webseite sprichwörtlich an die Wand zu fahren, oder entscheidet man sich für einen Wartungsvertrag und übergibt diese wichtige Aufgabe an erfahrene Profis?

Die Alternative: Automatische Updates – oder etwa doch nicht?

Seit WordPress-Version 3.7 bietet das CMS automatische Hintergrund-Updates. Das bedeutet, dass etwaige Aktualisierungen automatisch heruntergeladen und installiert werden, sobald diese erscheinen. Standardmäßig ist das jedoch für WordPress-Major-Updates sowie für Theme- und Plugin-Aktualisierungen deaktiviert und nur in der Config-File von WordPress aktivierbar. Und das nicht ohne Grund! Wer die automatischen Updates aktiviert, läuft stets Gefahr, Opfer einer der oben genannten Problemfälle zu werden. Mit dem einzigen, nicht unwesentlichen Unterschied, dass man vom gesamten Update-Prozess nichts mitbekommt. Egal, ob mitten in der Nacht, an Wochenenden oder im wohlverdienten Urlaub – ein Update erscheint und wird installiert. Bei Inkompatibilitäten ist die Webseite eingeschränkt oder überhaupt nicht verfügbar – und das für Sie völlig unbemerkt. Für Ihre Kunden und Nutzer bedeutet das jedoch eine Unbenutzbarkeit der Webseite und damit einen Verlust für Sie.

Fazit

Die WordPress-Wartung sollte durch einen Profi durchgeführt werden. Nur so können Ausfälle, Inkompatibilitäten und Sicherheitsprobleme vermieden werden. Zusätzlich können durch einen Profi eine nachhaltige Backup-Strategie festgelegt und Probleme immer im Auge behalten werden. Auch wenn eine WordPress-Wartung durch einen Laien grundsätzlich möglich ist, lässt sich in der Realität jedoch festhalten, dass der Zeitaufwand und die potentiellen Fehlerquellen den Aufwand meistens nicht rechtfertigen. Die Wartung durch einen Profi spart Zeit, Nerven, Probleme und daher letztlich auch bares Geld.